Contra (Thema: Treibselverwertung im Ostseeraum)

CONTRA - Projektstart Januar 2019

Die Hanseatische Umwelt CAM GmbH hat zusammen mit anderen Partnern aus Deutschland, Polen, Dänemark, Estland, Schweden und der Russischen Föderation das Projekt CONTRA für das Treibsel-Management im Ostseeraum (Baltic Sea Region, BSR) gestartet.

Treibsel besteht überwiegend aus organischem Material, dass an die Küsten gespült wird und in der Regel abgerissenes Seegras und Algen enthält. Weitere Bestandteile sind u.A. Sand, Holz und Zivilisationsabfälle.  

Treibsel wird von Badetouristen oft als Belästigung angesehen. Die zuständigen Kommunen der touristisch intensiv genutzten Strandabschnitte sind dadurch gezwungen die Strände regelmäßig vom Treibsel zu reinigen. Die derzeitigen „Strandreinigungspraktiken“ sind aber für die Kommunen kostspielig und stehen oft im direkten Konflikt zu Umwelt- und Küstenschutzmaßnahmen.

Im CONTRA-Projekt (CONTRA = COnversion of a Nuisance To a Resource and Asset, dt.: Umwandlung einer Belästigung in eine Ressource und einen Wert) soll in einem länderübergreifenden Kontext das Wissen nachhaltiger Strandbewirtschaftung und Treibselverwertung gesammelt und bewertet werden.

Sechs Fallstudien, die innerhalb des Projektes durchgeführt werden, zeigen aktuelle und praxisnahe Verwertungslösungen für Treibsel in den beteiligten Ländern. So sollen die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der Strandreinigung und Treibselverwertung Anhand praktischer Beispiele veranschaulicht werden. Dazu zählen u.A. Dünge- und Bodenverbesserungsprodukte, Biokohle, Abdeckung von Deponien, Küstenschutz, Biogasproduktion und Verbesserung der Wasserqualität.

Im Rahmen des Projektes wird ein „Tool-Kit“ entwickelt, dass verschiedene Management- und Verwertungsoptionen für Treibsel beinhaltet. So soll sichergestellt werden, dass alle BSR-Gemeinden dem Bedürfnis der Touristen nach sauberen Stränden auf der einen Seite und den Anforderungen an Umwelt- und Küstenschutzmaßnahmen auf der anderen Seite gerecht werden können. Während der Laufzeit des Projektes wird ein internationales Netzwerk von Stakeholdern aufgebaut, um Wissen auszutauschen, Kapazitäten aufzubauen und das Bewusstsein für Treibsel zu schärfen.

Die Hanseatische Umwelt CAM GmbH konzentriert sich im CONTRA-Projekt auf die Weiterentwicklung von treibselbasierten Kompost- und Bodenverbesserungsprodukten. In der Fallstudie „Wrack4Soil“ soll die Wertschöpfungskette der Treibselverwertung beleuchtet und durch Kooperationen mit den Kommunen eine langfristige und sichere Belieferung der Hanseatischen Umwelt mit Treibselmaterial sichergestellt werden. Neben der Optimierung der Verwertung von Treibsel sowie einer intensivieren Vernetzung mit regionalen Akteuren, soll die Produktentwicklung ausgebaut und die kundenspezifischen Anforderungen an die Erdenprodukte der Hanseatischen Umwelt mit Hilfe einer Marktanalyse bestimmt werden.

Projektkoordinator ist die Universität Rostock, Deutschland.

Weitere Partner sind Behörden, Unternehmen, Hochschulen und NGO‘s aus den sechs Ländern (DK, DE, EE, PL, SE, RU), die sich mit Meeressystemen, Küstentourismus, nachhaltiger Entwicklung sowie Verwaltungsstrukturen des Ostseeraums befassen.

Projektdauer: Januar 2019 – Juni 2021

EU Interreg B Programm 2014-202020

Kofinanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, EFRE